Projekt: Bienen-Sterben...

... zur Fußball-WM 2018

Todernstes Thema:
War es das dann?

Exklusiv-Interview zum Projekt

Sie machen »soziale Skulpturen«. Ihr bekanntestes Kunst-Objekt ist die rote Säule »Tihange-AUS«, an der man symbolisch den belgischen Pannenmeiler ausschalten kann:

Die beiden Künstler Lars Harmens und Rolf Jägersberg, als Künstler-Duo »LARSundROLF«, entwerfen Projekte, mit denen sie öffentlich auf brisante Themen aufmerksam machen. Im Gespräch mit dem WOCHENSPIEGEL erläutern sie ihr Projekt zum »Bienen-Sterben«.

Was war der Auslöser für dieses Projekt?

L&R: Im Frühjahr 2017 wunderten wir uns nach einer langen Autofahrt, dass sich auf unserer Windschutzscheibe kein einziges totes Insekt befand. Wir recherchierten und fanden viele Hinweise über das weltweite Insekten-Sterben. Alle Insekten haben einen wichtigen Auftrag im ökologischen Kreislauf. Je weniger Insekten es gibt, desto mehr ist die Pflanzenwelt gefährdet, danach die Kleinsttiere, dann die Vögel , dann...

Wieso ragen die Bienen dabei heraus?

L&R: Von den 100 Pfl anzenarten, die über 90 Prozent der Ernährung der Menschen sicherstellen, werden 71 von Bienen bestäubt. Und von den deutschen Wildbienenarten ist bereits die Hälfte vom Aussterben bedroht.

Es geht also gar nicht um die Honigbienen?

L&R: Doch auch! Aber das führt zur Zeit zu unnötigem Aktionismus. Manche meinen, jetzt in ihrem Garten Bienen züchten zu müssen.

Das ist nicht hilfreich, weil diese Bienen dann den Züchter-Bienen das Revier streitig machen. Stattdessen sollten wir begreifen, dass wir den Insekten die Lebensgrundlage nehmen, dass wir längst übertrieben haben mit dem Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, mit der ungehemmten Versiegelung der Böden, mit der radikalen Durchsetzung von Monokulturen.

Und womit soll man anfangen?

L&R: Zuerst: das Thema ist im wahrsten Sinne des Wortes todernst. Auch die Politiker, die den Artenschutz ernst nehmen, müssten denen auf die Finger klopfen, die die Natur falsch nutzen und zuviel zerstören, also der Bauindustrie, der Agrarindustrie, den Fleischproduzenten, den Chemieherstellern aber auch den Landwirten.

Das wird aber dauern. Haben wir denn noch so viel Zeit?

L&R: Wir haben eben keine Zeit mehr. Wenn man sieht, dass in Teilen Chinas und Kaliforniens Menschen die Arbeit der Bienen übernehmen und die Blüten von Hand bestäuben! Damit die Menschen eine Vorstellung bekommen, wie die Zeit drängt, nutzen wir regelmäßig stattfindende Veranstaltungen, um auf das Bienen-Sterben hinzuweisen. Wir wollen deutlich machen, dass diese Veranstaltung die letzte ihrer Serie sein kann; dass es etwa keine weitere Fußball-WM mehr geben wird, wenn wir so ungehemmt unsere Grundlagen zerstören (lassen)... dass der Spaß überall bald zu Ende gehen kann.

Zeitungsseite aus Monschauer Wochenspiegel

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